Deutsch-Italienischer
Übersetzerpreis

Die italienische Jury



Prof. Dr. Hermann Dorowin, Universität Perugia

Vorsitzender

Magda Olivetti

Geboren in Ivrea (Provinz Turin) als Tochter eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter.

Nach ihrem Diplom mit magna cum laude in theoretischer Physik arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Turin.

Umzug nach Zagreb. Mit ihren drei Kindern lebt sie später zwischen der französischen Schweiz und den Vereinigten Staaten. 1975 kehrt sie nach Italien zurück und lässt sich in Florenz nieder.

Als literarische Übersetzerin aus dem Deutschen übersetzte sie Autoren wie Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Rainer Maria Rilke u.a. Magda Olivetti hat Konferenzen zum Thema literarische Übersetzung ausgerichtet sowie Artikel in wichtigen literarischen Zeitschriften veröffentlicht. 1991 begründet sie eine Schule für literarische Übersetzung SETL (Scuola Europea di Traduzione Letteraria – Europäische Schule für Übersetzer von Literatur). Heute ist die SETL eine Stiftung, die zukünftig ihren Sitz in Turin haben wird.

2009 erhielt sie den nationalen Übersetzerpreis durch die Präsidentschaft der italienischen Republik. Magda Olivetti arbeitete zudem für die Stiftung Adriano Olivetti, zunächst als Rätin, dann als Vizepräsidentin – ein Amt, das sie 1993 niedergelegte, um sich vollständig der Übersetzerschule widmen zu können.

Prof. Camilla Miglio

Germanistin (Università Federico Secondo di Napoli, l’Orientale)

Prof. Camilla MiglioGeboren 1964. Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Bari, Promotion über Celan und Valéry an der Universität Pisa. Zahlreiche Publikationen über das Werk Paul Celans (u.a. „Vita a fronte. Saggio su Paul Celan“, 2005), neuere Deutsche Literatur und Übersetzungswissenschaft. Seit 2001 hält Camilla Miglio einen Lehrstuhl für Germanistik an der Università degli Studi di Napoli – L’Orientale inne. Dort lehrt sie außerdem Komparatistik und Übersetzungswissenschaft. Auch als Übersetzerin hat sich Miglio einen Namen gemacht: u.a. übertrug sie Texte von Franz Kafka ins Italienische. 2005 wurde sie mit dem Ladislao-Mittner-Preis des DAAD ausgezeichnet. Neben ihrer akademischen Tätigkeit berät sie den Verlag Donzelli (Rom), sowie verschiedene deutsche Kulturinstitutionen in Italien (Goethe Institut, Villa Massimo, DAAD). Sie leitet das internationale Projekt „Europe as a space of Translation. A long lasting programme and a festival“ (EACEA Culture 2007).

Andrea Casalegno

Übersetzer und Journalist

Geboren 1944 in Turin. Studium in Strafrecht an der Universität Turin. 1970 bis 1972 Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Norbert Bobbio im Fachbereich der Rechtsphilosophie. Anschließend zehn Jahre Tätigkeit als Redakteur für das Verlagshaus Einaudi, wo er u.a. verantwortlich für Übersetzungen aus dem Deutschen ist. Seit 1985 Zusammenarbeit mit dem Verlag „Il Sole-24 Ore“, bei dem er seit 1987 als Redakteur für die Ressorts Schule, Universität und deutsche Kultur arbeitet.

Casalegno übersetzte Werke von Gregorovius („Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter“), Lukacs („Goethe und seine Zeit“), Goethe („Faust I“, „Faust II“ und „Urfaust“, einschließlich Bemerkungen), Lessing („Nathan der Weise“), Musil („Über die Dummheit und andere Erzählungen“), Luther („Hymnen“) und Kleist („Erzählungen“).

Hermann Dorowin

Germanist (Universität Perugia)

Hermann DorowinGeboren 1954 in Wien. Studium der Germanistik und Vergleichenden Literaturwissenschaft an den Universitäten Wien und Bonn. Lebt seit 1981 in Italien, wo er an den Universitäten Triest, Florenz und Turin gelehrt hat. Seit 1997 Professor der Germanistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Perugia. Komparatistische Studien zur Kulturkritik der Zwanziger- und Dreißigerjahre (Retter des Abendlands, Stuttgart 1991) und zu Fragen der Rezeption, Übersetzung und Literaturvermittlung, z.B. im Werk italienischer Intellektueller wie Giaime Pintor und Cesare Cases. Zahlreiche Aufsätze zu österreichischen Autoren und Autorinnen des 20. Jahrhunderts, von Alfred Polgar über Elias Canetti, Jura Soyfer und Erich Fried bis Ingeborg Bachmann (Mit dem scharfen Gehör für den Fall, Wien 2002). Herausgeber zweisprachiger Ausgaben von Texten Büchners und Kleists, sowie mehrerer Sammelbände zum deutschsprachigen Theater (Il teatro contemporaneo di lingua tedesca in Italia, 2002; Il mito nel teatro tedesco, Perugia 2004). Hermann Dorowin schreibt Rezensionen, u.a. für die Turiner Zeitschrift „L’Indice“.

Ugo Perone 

Philosoph (Universität Turin)

1945 in Turin geboren. Studium der Theoretischen Philosophie. Für seine Abschlussarbeit erhielt er den Luisa Guzzo Preis. Von 1982 bis 1989 Professor für Religionsphilosophie an der Universität Turin. Von 1989 bis 1993 Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Roma II. Seit 1993 Professor für Religionsphilosophie an der Universität Amedeo Avogadro (Ost-Piemont). Von 1993-2001 Kulturreferent der Stadt Turin, anschließend bis 2003 Direktor des Italienischen Kulturinstituts in Berlin.

Er ist Senior Fellow des Collegium Budapest, Präsident der Italienischen Gesellschaft für Philosophische und Theologische Studien, Gründer und Mitherausgeber der Zeitschrift “Filosofia e teologia”, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift ”Giornale di metafisica”, Präsident der Sektion Turin/Vercelli der Italienischen Philosophischen Gesellschaft.

Forschungsaufenthalte als Humboldt-Stipendiat an der Universität München (1978/79), an der Universität Freiburg im Breisgau (1985) und an der Humboldt Universität zu Berlin (2003).

Zu seinen Veröffentlichungen zählen: “Teologia ed esperienza religiosa in Feuerbach”, Mursia, Milano 1972; “Storia e ontologia. Saggi sulla teologia di Bonhoeffer”, Studium, Roma 1976; “Modernità e memoria”, Sei, Torino 1987; “Cartesio o Pascal? Un dialogo sulla modernità“, Rosenberg & Sellier, Torino 1995 (con C. Ciancio); „Nonostante il soggetto“, Rosenberg & Sellier, Torino 1995; „Trotz/dem Subjekt“, Peeters Verlag, Leuven 1998; Il presente possibile, Guida, Napoli 2005; “La verità del sentimento”, Guida, Napoli 2008.

Cesare de Marchi

Philosoph, Schriftsteller, Übersetzer

Cesare de Marchi1949 in Genua geboren, Studium der Philosophie in Mailand. Lebt seit 1995 in Baden Württemberg. Erste Erzählungen veröffentlichte er unter dem Titel L'ora di memoria (1981), andere in der von ihm 1987 gegründeten Literaturzeitschrift «Nuova Prosa». Es erschienen die Kindheitserinnerungen Il bacio della maestra (1992) und die Romane La malattia del commissario (1994), Il talento (1997), für den er 1998 die renommierten Literaturpreise Campiello und Comisso erhielt, Una crociera (2000), die drei Erzählungen Fuga a Sorrento (2003), der Roman La furia del mondo (2006), ausgezeichnet mit den Literaturpreisen Frignano und Dessì, und zuletzt La vocazione (2010).

Nach Studien über den jungen Hegel und Schillers Philosophie folgten Übersetzungen und Essays zu Fontane (Irrungen Wirrungen, 1982), Kardinal von Retz (La Conjuration de Jean-Louis de Fiesque, 1990), Grillparzer (Weh dem, der lügt!, 1991), Schiller (Kallias-Briefe, 1993), Thomas Mann (Tonio Kröger und Tristan, 1992-93), die kritische Ausgabe der frühesten Romeo-und-Julia-Novelle des Luigi Da Porto (La Giulietta, 1994) und die Übersetzung (ins Italienische des XVI. Jahrhunderts) der Dunkelmännerbriefe (2004). Weiterhin Übersetzungen von Balzac und Schnitzler sowie der 2007 erschienene Essay Romanzi. Leggerli, scriverli.

Von 1999 bis zur Einstellung des italienischen Programms 2003 besprach Cesare De Marchi italienische und deutsche Bücher für den Bayerischen Rundfunk.

Seit Februar 2003 ist er Präsident der Dante-Gesellschaft Stuttgart.




Die deutsche Jury



Dr. Maike Albath

Journalistin und Literaturkritikerin
Vorsitzende

Dr. Maike AlbathGeboren 1966 in Braunschweig. Studium der Romanistik und Germanistik in Berlin und Italien, 1996 Promotion über den italienischen Lyriker Andrea Zanzotto. Autorin und Moderatorin bei Deutschlandfunk, DeutschlandRadio Kultur und SWR. Schreibt für die Neue Zürcher Zeitung, die Frankfurter Rundschau und die Süddeutsche Zeitung. 1997 Auszeichnung mit dem Joachim-Tiburtius-Preis für ihre Dissertation, 2002 mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, 2006 mit der Übersetzerbarke des Verbands deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ).

Sigrid Vagt

Übersetzerin

Sigrid VagtGeboren 1941 in Bad Doberan. Studium der Romanistik und Germanistik in Tübingen, Berlin, Bologna, Kiel, Montpellier. Verschiedene Tätigkeiten u. a. in Schule, Buchhandel, Verlag und Filmbranche. Seit 1985 übersetzt sie Literatur und Filme aus dem Französischen und Italienischen (u.a. Antonioni, Duras, Cocteau, Pasolini, Ophüls, Rohmer, Truffaut, Leopardi, Ortese, Sciascia), arbeitete jahrelang  im Übersetzerteam für die deutsche Ausgabe von Le Monde diplomatique und betreut Stipendiaten im Auftrag des Deutschen Übersetzerfonds. Diverse Stipendien, Paul-Celan-Preis 2003, Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis 2009.

Dr. Florian Höllerer

Leiter Literarisches Colloquium Berlin

Geboren 1968 in Berlin. Studium der Germanistik und Romanistik in Berlin und Paris. Promotion über Gérard de Nervals Heine-Übertragungen; zwei Jahre assistant instructor an der Princeton University; Ehrenpreis der Lyoner Académie des Sciences, Belles Lettres et Arts für die Übersetzung der Gedichte René Leynauds; 1999-2000 Projektarbeit am Goethe-Institut Brüssel zum Kulturstadtprogramm „Bruxelles 2000“. Von 2000 bis 2013 Leiter und Geschäftsführer des Literaturhauses Stuttgart. Seit Januar 2014 leitet er das Literarische Colloquium Berlin. Mitherausgeber des Essaybandes „Betrifft:“ (edition suhrkamp, 2004). Herausgeber von „W.G. Sebald: Zerstreute Reminiszenzen“ (Verlag Ulrich Keicher, 2008). Zahlreiche Vorträge und Artikel. Mitglied mehrerer Jurys, u.a. Adelbert von Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung und Literaturjury für Villa Massimo.

Dr. Lothar Müller

Journalist und Literaturkritiker

Geboren 1954 in Dortmund. Studium der Germanistik und Geschichte an der Philipps-Universität Marburg/Lahn. 1985 Promotion über Karl Philipp Moritz. Lothar Müller ist heute Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Von 1997 bis 2001 war er Redakteur im Literaturblatt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Neben seiner journalistischen Tätigkeit ist Lothar Müller Autor zahlreicher Arbeiten zur Literatur- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts sowie zu Ästhetik, Kunst und Literatur der Moderne. Für das Jahr 2008/09 gastiert er im Wissenschaftskolleg zu Berlin mit einem Forschungsprojekt zur europäischen Kunstliteratur in der napoleonischen Ära. 2008 wurde Lothar Müller mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für Literaturkritik und Essay der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet.

Dr. Adrian La Salvia

Romanist (Universität Erlangen)

Dr. Adrian La SalviaGeboren 1966 in Dresden. Studium der Romanistik, Germanistik und Philosophie. Promotion über den italienischen Lyriker Giacomo Leopardi. Von 1992 bis 2010 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg tätig. Arbeiten zur vergleichenden Literaturwissenschaft und Übersetzungsforschung. Leiter der Wolfenbütteler Übersetzergespräche und der Erlanger Übersetzerwerkstatt. Ausstellungen: „Himmel und Hölle. Die Göttliche Komödie in der bildenden Kunst der Moderne“, „Salvador Dalì. Das graphische Abenteuer“. Thema der Habilitation: „Die Tragédie en musique im europäischen Kontext". 1986 Preis des Istituto Italiano di Cultura und des WDR, 1994 Preis des Centro Nazionale di Studi Leopardiani. Initiator und Jury-Vorsitzender des Erlanger Literaturpreises für Poesie als Übersetzung. Seit 2015 leitet er die Anhaltische Landesbücherei Dessau.

Prof. Dr. Irina Rajewsky

Romanistin (Freie Universität Berlin)

Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Italianistik und Kunstgeschichte in Madison (Wisconsin, USA), Berlin und Pisa (Italien). 2000 Promotion an der Freien Universität Berlin im Bereich der Romanischen Philologie zu intermedialem Erzählen in der italienischen Literatur der Postmoderne. 2001-2007 Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Romanische Philologie der Freien Universität Berlin (italienische und französische Literaturwissenschaft) sowie Mitarbeiterin des Sonderforschungsbereichs "Kulturen des Performativen" (FU Berlin). 2008 zunächst Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg "Medien und kulturelle Kommunikation" (Universität zu Köln); seit November 2008 Leiterin des Forschungsprojekts "Medialität – Transmedialität – Narration: Perspektiven einer transgenerischen und transmedialen Narratologie (Film, Theater, Literatur)", angebunden an das Institut für Romanische Philologie der FU Berlin. Seit März 2009 Junior-Professorin für italienische und französische Literaturwissenschaft am Institut für Romanische Philologie und an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien der FU Berlin.

Jury


Zwei Jurys wählen jeweils die beste Übersetzung aus

Eine deutsche Jury, bestehend aus deutschen Juroren, wählt die Übersetzungen aus dem Italienischen ins Deutsche aus, die aus Italienern bestehende italienische Jury die Übersetzungen aus dem Deutschen ins Italienische. Jeweils ein Jurymitglied ist in beiden Jurys vertreten. 2007/08 war dies Maike Albath, 2008/09 Camilla Miglio, 2009/10 erneut Maike Albath.



Die deutsche Jury

  • Dr. Maike Albath
  • Sigrid Vagt
  • Dr. Florian Höllerer
  • Dr. Lothar Müller
  • Dr. Adrian La Salvia
  • Dr. Irina Rajewsky


Die italienische Jury

  • Prof. Dr. Hermann Dorowin
  • Magda Olivetti
  • Prof. Camilla Miglio
  • Andrea Casalegno
  • Hermann Dorowin
  • Ugo Perone
  • Ugo Riccarelli