Italia und Germania
Friedrich Overbeck, 1828

Einreichungen für den Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis 2017 bis zum 30. November 2016 erbeten

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Auswärtige Amt loben erneut den mit 10.000 € dotierten Deutsch-Italienischen Preis für literarische Übersetzung aus. Die Verleihung des Preises für die beste Übersetzung aus dem Italienischen ins Deutsche der Jahre 2015 und 2016 erfolgt im Juni 2017 in Berlin durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters. Bewerbungen können ab sofort bis zum 30. November 2016 von Verlagen im deutschsprachigen Raum eingereicht werden. Erwünscht sind Übersetzungen der Bereiche belletristische Prosa, erzählendes Sachbuch und Lyrik. Die Wettbewerbsbeiträge sind in 8-facher Ausführung (Übersetzung ins Deutsche) und als pdf-Datei (italienische Originalversion) zu Händen von Thorsten Dönges an das LCB zu senden. Die Richtlinien des Preises sind unter www.lcb.de einzusehen, für Rückfragen steht Ihnen Thorsten Dönges (doenges@lcb.de) zur Verfügung.




Verleihung des Deutsch-Italienischen Übersetzerpreises, Rom im Mai 2016

Am 26. Mai 2016 wurde in Rom zum neunten Mal der vom Auswärtigen Amt und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Italienischen Kulturministerium in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Italien und dem Centro per il libro e la lettura ausgeschriebene deutsch-italienische Übersetzerpreis vergeben.

Die jährliche Auszeichnung richtete sich an Übersetzer, die mit ihrer eigenen Arbeit zur Verbreitung der zeitgenössischen deutschen Literatur in Italien und umgekehrt beigetragen haben.

Die Jury, bestehend aus Hermann Dorowin (Vorsitzender), Andrea Casalegno (Journalist), Camilla Miglio (Germanistin), Ugo Perone (Philosoph), Cesare De Marchi (Schriftsteller), Marina Pugliano (Übersetzerin) und Maike Albath (Vorsitzende der deutschen Jury), hat nach Auswertung der eingereichten Arbeiten und anschliessender Diskussion in der finalen Sitzung am 20. Februar 2016 entschieden, den Preis für die beste Übersetzung an Ada Vigliani für "Forse Esther" (Vielleicht Esther) von Katja Petrowskaja (Verlag Adelphi) zu verleihen. Der Nachwuchspreis geht an Angela Scròfina und Ylenia Carola und für "Ancora tempesta" (Immer noch Sturm) von Peter Handke (Verlag Quodlibet).

Die Preise wurden vom Staatssekretär des Italienischen Kulturministeriums, Antimo Cesaro, und der Geschäftsträgerin a.i., Susanne Schütz der deutschen Botschaft in Rom vergeben. An der Zeremonie nehmen des Weiteren Romano Montroni, Präsident des Zentrums des Buches (Centro per il Libro e la Lettura), Rossana Rummo, Direktorin der DGBID im Kulturministerium, und Gabriele Kreuter-Lenz, Direktorin der Goethe-Institute in Italien teil.

Die Laudatio hielt Hermann Dorowin. Die Festrede übernahm Nicola Lagioia, Schriftsteller und Journalist (Preisträger Premio Strega 2015). Auszüge aus den Übersetzungen der Preisträgerinnen wurden von der Schauspielerin Cloris Brosca vorgetragen.

Musikalische Begleitung des Abends: Angelika Niescier, Saxophon.

Die Preisträgerinnen

Ada Vigliani hat an den Universitäten von Turin und Straßburg Philosophie und deutsche Literatur studiert. Seit 1982 übersetzt sie für verschiedene Verlagshäuser (Mondadori, Einaudi, Adelphi, Zandonai, Marsilio, Sellerio) Werke von deutschen Klassikern und zeitgenössische Literatur; unter anderem J.W. Goethe, Arthur Schopenhauer, Robert Musil, Alfred Polgar, Elias Canetti, Hermann Broch, Ernst Jünger, Robert Walser, Fred Wander, Jan Assmann, Hermann Hesse, Stefan Zweig, Jenny Erpenbeck, Katja Petrowskaja, Peter Weber und das vollständige Werk von W.G. Sebald. In der Zwischenzeit, hat sie einige Jahre Philosophie, deutsche Sprache und Literatur am Konservatorium „Giuseppe Verdi“ in Turin gelehrt. Außerdem mit Adelphi als Verlagslektor und Tuttolibri-La Stampa zusammengearbeitet, wo sie deutsche Werke, die auf Italienisch übersetzt wurden, rezensierte. Inzwischen bietet sie neben Workshops und Seminaren auch Kurse im Rahmen des Masterstudiengangs „traduzione editoriale“ an der Tutteuropa, Turin an. Sie hat zudem über ihre Autoren (insbesondere Musil und Sebald) zahlreiche Artikel und Abhandlungen verfasst und einige Konferenzen gehalten.

Angela Scròfina ist 1985 in Rom geboren. Scròfina hat Ihren Bachelor mit Auszeichnung in Moderner Sprache, Literatur und Übersetzerwissenschaften an der Universität la Sapienza in Rom gemacht. Kurz darauf ist sie nach Wien gezogen um ebendort, dank eines Stipendiums des Leonardo Programms zu studieren und mit IG ÜbersetzerInnen zusammenzuarbeiten. Zeitgleich hat Sie an Übersetzerworkshops teilgenommen und für die Webseite „letteraria readme.cc.“ Texte aus dem deutschen übersetzt. Anschließend hat sie für die deutsche Akademie der Villa Massimo gearbeitet, wo sie sich auf das Unterrichten spezialisiert hat und ist Inzwischen Dozentin für Deutsch, an Oberschulen. Sie ist Co-Übersetzerin für „Immer noch Sturm“ von Peter Handke. Die Übersetzung ist im Rahmen des Projekts „La terra sonora. Das Theater Peter Handkes“ an der Universität Roma Tre entstanden.

Ylenia Carola ist im März 1986 in Gaeta geboren und hat Germanistik und Sinologie an der Universität “L’Orientale” in Neapel studiert, an der sie auch ihren Bachelor in literarischer und kultureller Komparatistik gemacht hat. Momentan schreibt sie Ihren Doktor an der Universität “Tor Vergata“, in Rom. Dabei beschäftigt sie sich mit der musikalischen und literarischen Rezeption der Gedichte Giuseppe Ungarettis im deutschen Kulturraum. Ihren Schwerpunkt legt sie auf die Problematik der “Heimat” und “Fremdheit” im historischen Gedächtnis und auf die Herausforderung, insbesondere poetische Texte zu übersetzen und im Hinblick auf die Intersemiotik auszuarbeiten.